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Veröffentlicht am: 2. Nov. 2023
2. Nov. 2023
| Lesezeit: ca. 2 Minuten
Veröffentlicht am: 2. Nov. 2023
2. Nov. 2023
Lesezeit: ca. 2 Minuten

Deutsche Glasfaser in Verhandlungen mit der Deutschen Telekom über Netzzugriff

Sachstand zum Glasfaserausbau in Heßdorf

Sachstand zum Glasfaserausbau in Heßdorf

Ein Bautrupp der Deutschen Glasfaser legt ein sogenanntes Speedpipe in einen ausgefrästen Graben neben einer Gemeindestraße. Darin werden später die Glasfaserbündel eingeblasen, von dem aus danach die einzelnen Grundstücke angeschlossen werden.

Bekanntlich hat sich das Unternehmen Deutsche Glasfaser vor einigen Monaten aus dem Kernort Heßdorf zurückgezogen und wird dort keinen eigenen Glasfaserausbau mehr vornehmen. Hier baut aktuell also nur die Deutsche Telekom aus. Den Ausbau der Ortsteile unserer Gemeinde möchte die Deutsche Glasfaser aber weiterhin realisieren. Geschehen soll das, indem die Deutsche Glasfaser auf die schon bestehenden Glasfaser-Hauptverteiler der Deutschen Telekom in den Ortseilen zugreift und (erst) von dort aus eigene Glasfaserleitungen bis in die jeweiligen Haushalte legt.

Da diese Ortsverteilerkästen damals durch die Deutsche Telekom mittels eines geförderten (Breitband)Ausbaus (Fördermittel sowie Eigenanteil der Gemeinde) realisiert wurde, muss die Telekom auch Wettbewerbern wie etwa der Deutschen Glasfaser darauf Zugriff gewähren. Diesen Zugriff via sogenanntem "Open Access“ hat die Deutsche Glasfaser bei der Telekom im Sommer beantragt, um ihre Ausbaupläne in den Ortsteilen Untermembach, Niederlindach und Hannberg schnellstmöglich umzusetzen. Darüber hinaus prüft das Unternehmen auch noch die technische Umsetzbarkeit dieser Variante für die Ortsteile Röhrach, Hesselberg und Klebheim.

Nachdem es aber über den Zugang der Deutschen Glasfaser zu den Netzknoten der Telekom im Frühjahr aber zu keiner Einigung kam, hatte die Deutsche Glasfaser im Anschluss ein sogenanntes Streitbeilegungsverfahren bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) eingeleitet. Im Nachgang der öffentlich mündlichen Verhandlung bei diesem Verfahren im August sind Deutsche Telekom und Deutsche Glasfaser mit Verhandlungen bezüglich einer Mitnutzung der Glasfaserinfrastruktur gestartet.

Auf Anfrage bei der Deutschen Glasfaser teilte das Unternehmen der Gemeinde nun Ende Oktober mit, dass es „allerdings bislang nicht zu einem einvernehmlichen Ergebnis gekommen“ sei. „Die BNetzA prüft den Sachstand erneut und hat hierfür von ihrem Recht auf Fristverlängerung Gebrauch gemacht. Wir gehen aktuell von einer Entscheidung der BNetzA Anfang Dezember aus“, so das Unternehmen weiter. Sobald der Deutschen Glasfaser weitere Informationen vorliegen oder eine finale Entscheidung erreicht wurde, soll auch die Gemeinde entsprechend informiert werden, so ein Firmensprecher zur Gemeindeverwaltung.


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Besuch von Staatsminister Joachim Herrmann in der Unterkunft der AWO-Obdachlosenhilfe ERH in Weisendorf.
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Das neue Sozialprojekt „AWO-Obdachlosenhilfe ERH“ nimmt weiter konkrete Formen an. Am Mittwoch, 12. August 2026, informierte sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann über den aktuellen Stand des Projekts und besuchte dazu die seit Juni bestehende Unterkunft für wohnungslose Menschen in Weisendorf.

Das Projekt des AWO-Kreisverbands Erlangen-Höchstadt war bereits im März 2025 im Rahmen einer Bürgermeisterdienstbesprechung den Gemeinden im Landkreis vorgestellt worden. Inzwischen haben sich sechs Gemeinden vertraglich zur Zusammenarbeit mit dem AWO-Kreisverband verpflichtet.

Auch die Gemeinden Heßdorf und Großenseebach gehören zu den Kommunen, die sich für eine Zusammenarbeit mit der AWO entschieden haben. Die Gemeinderäte beider Gemeinden hatten in ihren Sitzungen im Januar 2026 (Großenseebach) und im März 2026 (Heßdorf) beschlossen, die gesetzliche Pflichtaufgabe der sicherheits- und ordnungspolitischen Unterbringung obdachloser Menschen an den AWO-Kreisverband Erlangen-Höchstadt zu übertragen. Die Bürgermeister und Verwaltung wurden beauftragt, die entsprechenden Verträge zu schließen.

Für die Gemeinden bedeutet die Zusammenarbeit insbesondere eine Entlastung bei der Organisation geeigneter Unterkünfte. Heßdorf und Großenseebach verfügen selbst nicht über eigene Räumlichkeiten, die kurzfristig für die Unterbringung wohnungsloser Menschen genutzt werden könnten. Ohne eine entsprechende Kooperation müsste im Bedarfsfall beispielsweise eine Unterbringung in einem Hotel organisiert werden.

„Auch wenn wir in Großenseebach derzeit keinen konkreten Bedarf an einer Unterbringung haben, war für uns klar, dass wir dieses Projekt unterstützen möchten. Wohnungslosigkeit kann jede Kommune vor Herausforderungen stellen – und dann ist es wichtig, dass es im Landkreis ein professionelles und verlässliches Angebot gibt. Unsere Unterstützung verstehen wir daher auch als Ausdruck kommunaler Solidarität“, erklärt Jürgen Jäkel, Erster Bürgermeister der Gemeinde Großenseebach.

Für die Gemeinde Heßdorf ist der Nutzen der Zusammenarbeit bereits unmittelbar sichtbar geworden. Eine Familie aus Heßdorf konnte in der Unterkunft aufgenommen und durch die Mitarbeitenden der AWO begleitet und unterstützt werden.

„Dass eine Familie aus Heßdorf bereits aufgenommen werden konnte und dort schnell Unterstützung erhalten hat, zeigt, wie wichtig dieses Angebot ist. Es geht eben nicht nur darum, kurzfristig ein Dach über dem Kopf zu schaffen. Die Menschen bekommen Unterstützung, um ihre persönliche Situation zu stabilisieren und neue Perspektiven zu entwickeln. Genau diesen ganzheitlichen Ansatz halten wir für besonders wertvoll“, betont Axel Gotthardt, Erster Bürgermeister der Gemeinde Heßdorf.

Die beiden Bürgermeister sehen in der Zusammenarbeit zugleich einen wichtigen Beitrag für eine verlässliche kommunale Daseinsvorsorge. Durch die gemeinsame Lösung können auch kleinere Gemeinden auf ein professionelles Unterstützungsangebot zurückgreifen, ohne selbst entsprechende Unterbringungsmöglichkeiten und Betreuungsstrukturen vorhalten zu müssen.

Das AWO-Modell geht dabei über die reine Unterbringung hinaus. Neben einem geeigneten Wohnraum erhalten die betroffenen Menschen eine intensive fachliche Betreuung. Ziel ist es, gemeinsam die Ursachen der Wohnungslosigkeit zu bearbeiten und den Menschen Perspektiven für ein selbstständiges Leben und die dauerhafte Überwindung der Wohnungslosigkeit zu eröffnen.

Seit dem 1. Juni 2026 ist die erste Unterkunft des Projekts im Landkreis geöffnet. Aktuell leben dort acht Menschen, die von zwei Mitarbeitenden betreut werden. Die beteiligten Gemeinden erhalten dadurch Unterstützung bei der Versorgung wohnungsloser Menschen und werden gleichzeitig von den damit verbundenen organisatorischen und verwaltungsbezogenen Aufgaben entlastet.

Bei einem ersten Treffen Ende Juli konnten sich bereits beteiligte Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie leitende Verwaltungsmitarbeiterinnen und Verwaltungsmitarbeiter vor Ort ein Bild von der Arbeit machen. Besonders eindrücklich waren dabei die persönlichen Berichte von Bewohnerinnen und Bewohnern der Unterkunft, die schilderten, wie sie aufgenommen und bei ihren nächsten Schritten unterstützt werden.

Auch der Besuch von Staatsminister Joachim Herrmann unterstreicht die Bedeutung des Projekts. Im Mittelpunkt standen der bisherige Aufbau der AWO-Obdachlosenhilfe, die Erfahrungen aus den ersten Wochen des laufenden Betriebs sowie die weitere Entwicklung des Angebots im Landkreis.

Mit der AWO-Obdachlosenhilfe ERH verfolgen der AWO-Kreisverband und die beteiligten Gemeinden einen gemeinsamen Ansatz: Wohnungslosen Menschen soll nicht nur kurzfristig ein sicherer Platz zum Wohnen zur Verfügung gestellt werden. Durch die Verbindung von Unterbringung und sozialer Betreuung sollen vielmehr konkrete Wege aus der Wohnungslosigkeit eröffnet werden.

Für die beteiligten Kommunen schafft das Modell zugleich Planungssicherheit und eine verlässliche fachliche Unterstützung bei einer Aufgabe, die sie im Bedarfsfall kurzfristig und häufig unter schwierigen Rahmenbedingungen erfüllen müssen.

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