Wenn Bäume auf Reisen gehen
Großbaumverpflanzungen in der Gemeinde Heßdorf
Weil das Regenüberlaufbecken RÜB 3 in Heßdorf in den nächsten Monaten im Zuge der Sanierung der Abwasseranlagen der Gemeinde ertüchtigt und erweitert wird, müssen dort auch einige Bäume weichen. Der Gemeinderat hatte in seiner Sitzung am 19.08.25 und seiner Sitzung am 23. September 2025 entschieden, so viele Bäume wie möglich zu erhalten und dass eine Plantane und eine Kastanie an neue Standorte im Gemeindegebiet versetzt werden sollen. In diesem Zuge fanden heute die beiden "Großbaumverpflanzungen" statt.
Durchgeführt wurden die Umsetzungen von Fachfirma Opitz, die auch früher schon ähnliche Projekte in der Gemeinde durchführten. Zunächst wurden beide Bäume bei ungemütlichem, diesigen Regenwetter von den Mitarbeitern ihre sogenannten Transportschnitte. Damit werden die Kronen der Bäume soweit eingekürzt, dass ein Transport über die geplante Strecke gefahrlos möglich ist. Auf der entsprechenden Route wurde bereits in der vergangenen Woche ein Halteverbot ausgeschildert, damit der Schwertransport (das Spezialfahrzeug allein wiegt 38 Tonnen) ungehindert und ohne Gefährdung auf kurzem Weg zum Zielort kommt.
An den neuen Standorten wurde dann mittels Baumspaten (umgangssprachlich oft auch "Wurzelballenstecher" oder "Verpflanzspaten" genannt, das neue Pflanzloch gestochen. Dann hob dieses hydraulisch betriebene Riesenwerkzeug die Bäume am RÜB3 aus dem Boden heraus und transportierte sie zum neuen Standort, wo die Bäume samt sauber ausgestochenem Wurzelballen in das Pflanzloch gesetzt wurden. Zuerst wurde eine Kastanie zum neuen Spielplatz in Hesselberg versetzt, dann kam die Platane auf die Wiese zwischen Rathaus und Erlanger Straße.

Mit dem Umsetzen der Bäume war die Aktion allerdings noch lange nicht vorbei, nun mussten die Gehölze noch "nachversorgt" werden. Die Fachleute legten dafür eine Rehabilitationszone rund um den gestochenen Ballen an. Nach dem Umgraben rund um den Hauptwurzelbereich wurden nicht nur die Wurzeln nachgeschnitten und Wachstumsförderer in den Boden gegeben, sondern auch ein Gießrand angelegt. Vor Wettereinflüssen schützen ein Stammschutz und auch eine Baumverankerung, damit frisch gebildete Faserwurzeln nicht durch ein Bewegen des Baumes gleich wieder reißen. Die Nacharbeiten erstrecken sich über mehrere Wochen, manchmal sogar Monate und sind wichtig, damit die versetzten Gehölze dort auch wirklich gut anwurzeln, sich erholen und unsere Bürgerinnen und Bürger hoffentlich noch viele Jahrzehnte mit Schatten versorgen und klimaschädliches CO2 aus der Atmosphäre filtern.
Für die Bäume am RÜB 3, für die nach Prüfung durch die Fachfirma für eine Versetzung leider nicht in Frage kommen, werden entsprechende Ersatzpflanzungen erfolgen.

