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Veröffentlicht am: 29. Apr. 2026
29. Apr. 2026
| Lesezeit: ca. 2,5 Minuten
Veröffentlicht am: 29. Apr. 2026
29. Apr. 2026
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Kultusministerium entscheidet: Neues Gymnasium des Landkreises entsteht in Heßdorf

 

Nachdem sich im Januar 2025 der Schulausschuss des Landkreises und später auch der Kreistag für Heßdorf als Standort für ein fünftes Gymnasium im westlichen Landkreisteil ausgesprochen hatte, gab nun heute auch das Bayerische Kultusministerium gemeinsam mit dem Finanzministerium grünes Licht für das Projekt. Die Ministerien entschieden sich für den vorgeschlagenen Standort Heßdorf. Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt geschafft, um im westlichen Landkreis künftig ein zusätzliches staatliches Gymnasium zu schaffen.

Ende 2024 hatten sich neben Weisendorf, Adelsdorf und Hemhofen auch unsere Gemeinden Heßdorf und Großenseebach als Standort für ein fünftes Gymnasium beworben und ihre geeignete Grundstücksflächen an das Landratsamt gemeldet.

Die heutige Entscheidung des Kultusministeriums ist ein starkes Signal für die Region und bestätigt den Bedarf, der sich aus den weiter steigenden Schülerzahlen im Landkreis Erlangen-Höchstadt ergibt. Auch aus Sicht unserer Gemeinde ist dies eine sehr erfreuliche Entwicklung, denn das neue Gymnasium stärkt den Bildungsstandort nachhaltig und schafft gute Zukunftsperspektiven für viele Familien.

Finanz- und Heimatminister Albert Füracker unterstreicht in einer Presseerklärung: „Durch das neue Gymnasium in der Gemeinde Heßdorf setzen wir ein klares Zeichen zur Förderung einer wachsenden Region und stärken die schulische Infrastruktur. So ermöglichen wir heimatnahe Bildung in modernen Lernumgebungen, um die Schülerinnen und Schüler optimal auf Studium und Beruf vorzubereiten."

Weiter heißt es in der Mitteilung des Ministeriums: "Die Entscheidung basiert auf der prognostizierten fortschreitenden Zunahme der Schülerzahlen im Gymnasialbereich im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Die bestehenden Gymnasien sind bereits stark ausgelastet und können die künftig zu erwartenden Schülerinnen und Schüler nicht mehr vollständig aufnehmen. Vor diesem Hintergrund ist die Errichtung eines weiteren staatlichen Gymnasiums erforderlich, um eine bedarfsgerechte schulische Versorgung sicherzustellen."

Dass der Freistaat Bayern das Vorhaben nun unterstützt, zeigt: Der (Schul-)Standort Heßdorf ist fachlich überzeugend und kann den wachsenden Anforderungen im Schulbereich gerecht werden. Für die Gemeinde ist das ein bedeutender Erfolg auf dem gemeinsamen Weg mit dem Landkreis, den Schulen und dem Freistaat Bayern.


Schulbetrieb wohl frühestens 2030

Entstehen soll das Gymnasium im Ortsteil Hannberg, unterhalb von Grundschule und Sporthalle Seebachgrund. Als Beginn der voraussichtlich etwa dreijährigen Bauphase wird frühestens 2027 als realistisch angesehen. Die ersten Schülerinnen und Schüler könnten dann frühestens im Schuljahr 2030/31 im neuen Gymnasium unterrichtet werden.

Gymnasium Heßdorf - möglicher Standort in Hannberg – Als Standort des neuen Gymnasiums hat die Gemeinde Heßdorf dieses ca. 3,9 ha großen Grundstück in Hannberg unterhalb des Komplexes Mehrzweckhalle/Grundschule/Sportplatz vorgeschlagen.

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Besuch von Staatsminister Joachim Herrmann in der Unterkunft der AWO-Obdachlosenhilfe ERH in Weisendorf.
Besuch von Staatsminister Joachim Herrmann in der Unterkunft der AWO-Obdachlosenhilfe ERH in Weisendorf.

Das neue Sozialprojekt „AWO-Obdachlosenhilfe ERH“ nimmt weiter konkrete Formen an. Am Mittwoch, 12. August 2026, informierte sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann über den aktuellen Stand des Projekts und besuchte dazu die seit Juni bestehende Unterkunft für wohnungslose Menschen in Weisendorf.

Das Projekt des AWO-Kreisverbands Erlangen-Höchstadt war bereits im März 2025 im Rahmen einer Bürgermeisterdienstbesprechung den Gemeinden im Landkreis vorgestellt worden. Inzwischen haben sich sechs Gemeinden vertraglich zur Zusammenarbeit mit dem AWO-Kreisverband verpflichtet.

Auch die Gemeinden Heßdorf und Großenseebach gehören zu den Kommunen, die sich für eine Zusammenarbeit mit der AWO entschieden haben. Die Gemeinderäte beider Gemeinden hatten in ihren Sitzungen im Januar 2026 (Großenseebach) und im März 2026 (Heßdorf) beschlossen, die gesetzliche Pflichtaufgabe der sicherheits- und ordnungspolitischen Unterbringung obdachloser Menschen an den AWO-Kreisverband Erlangen-Höchstadt zu übertragen. Die Bürgermeister und Verwaltung wurden beauftragt, die entsprechenden Verträge zu schließen.

Für die Gemeinden bedeutet die Zusammenarbeit insbesondere eine Entlastung bei der Organisation geeigneter Unterkünfte. Heßdorf und Großenseebach verfügen selbst nicht über eigene Räumlichkeiten, die kurzfristig für die Unterbringung wohnungsloser Menschen genutzt werden könnten. Ohne eine entsprechende Kooperation müsste im Bedarfsfall beispielsweise eine Unterbringung in einem Hotel organisiert werden.

„Auch wenn wir in Großenseebach derzeit keinen konkreten Bedarf an einer Unterbringung haben, war für uns klar, dass wir dieses Projekt unterstützen möchten. Wohnungslosigkeit kann jede Kommune vor Herausforderungen stellen – und dann ist es wichtig, dass es im Landkreis ein professionelles und verlässliches Angebot gibt. Unsere Unterstützung verstehen wir daher auch als Ausdruck kommunaler Solidarität“, erklärt Jürgen Jäkel, Erster Bürgermeister der Gemeinde Großenseebach.

Für die Gemeinde Heßdorf ist der Nutzen der Zusammenarbeit bereits unmittelbar sichtbar geworden. Eine Familie aus Heßdorf konnte in der Unterkunft aufgenommen und durch die Mitarbeitenden der AWO begleitet und unterstützt werden.

„Dass eine Familie aus Heßdorf bereits aufgenommen werden konnte und dort schnell Unterstützung erhalten hat, zeigt, wie wichtig dieses Angebot ist. Es geht eben nicht nur darum, kurzfristig ein Dach über dem Kopf zu schaffen. Die Menschen bekommen Unterstützung, um ihre persönliche Situation zu stabilisieren und neue Perspektiven zu entwickeln. Genau diesen ganzheitlichen Ansatz halten wir für besonders wertvoll“, betont Axel Gotthardt, Erster Bürgermeister der Gemeinde Heßdorf.

Die beiden Bürgermeister sehen in der Zusammenarbeit zugleich einen wichtigen Beitrag für eine verlässliche kommunale Daseinsvorsorge. Durch die gemeinsame Lösung können auch kleinere Gemeinden auf ein professionelles Unterstützungsangebot zurückgreifen, ohne selbst entsprechende Unterbringungsmöglichkeiten und Betreuungsstrukturen vorhalten zu müssen.

Das AWO-Modell geht dabei über die reine Unterbringung hinaus. Neben einem geeigneten Wohnraum erhalten die betroffenen Menschen eine intensive fachliche Betreuung. Ziel ist es, gemeinsam die Ursachen der Wohnungslosigkeit zu bearbeiten und den Menschen Perspektiven für ein selbstständiges Leben und die dauerhafte Überwindung der Wohnungslosigkeit zu eröffnen.

Seit dem 1. Juni 2026 ist die erste Unterkunft des Projekts im Landkreis geöffnet. Aktuell leben dort acht Menschen, die von zwei Mitarbeitenden betreut werden. Die beteiligten Gemeinden erhalten dadurch Unterstützung bei der Versorgung wohnungsloser Menschen und werden gleichzeitig von den damit verbundenen organisatorischen und verwaltungsbezogenen Aufgaben entlastet.

Bei einem ersten Treffen Ende Juli konnten sich bereits beteiligte Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie leitende Verwaltungsmitarbeiterinnen und Verwaltungsmitarbeiter vor Ort ein Bild von der Arbeit machen. Besonders eindrücklich waren dabei die persönlichen Berichte von Bewohnerinnen und Bewohnern der Unterkunft, die schilderten, wie sie aufgenommen und bei ihren nächsten Schritten unterstützt werden.

Auch der Besuch von Staatsminister Joachim Herrmann unterstreicht die Bedeutung des Projekts. Im Mittelpunkt standen der bisherige Aufbau der AWO-Obdachlosenhilfe, die Erfahrungen aus den ersten Wochen des laufenden Betriebs sowie die weitere Entwicklung des Angebots im Landkreis.

Mit der AWO-Obdachlosenhilfe ERH verfolgen der AWO-Kreisverband und die beteiligten Gemeinden einen gemeinsamen Ansatz: Wohnungslosen Menschen soll nicht nur kurzfristig ein sicherer Platz zum Wohnen zur Verfügung gestellt werden. Durch die Verbindung von Unterbringung und sozialer Betreuung sollen vielmehr konkrete Wege aus der Wohnungslosigkeit eröffnet werden.

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