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Veröffentlicht am: 15. Okt. 2026
15. Okt. 2026
| Autor: Brehme Marc
| Lesezeit: ca. 3 Minuten
Veröffentlicht am: 15. Okt. 2026
15. Okt. 2026
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Abfischen in Hesselberg: Drittklässler erleben fränkische Teichwirtschaft hautnah

Lernen, wo unsere regionalen Traditionen lebendig sind

Traditionell sind Schulklassen der Grundschule beim Abfischen des großen Weihers in Hesselberg dabei - so auch im Oktober 2026 gemeinsam mit Bürgermeister Axel Gotthardt.

Der Besuch der dritten Klassen der Grundschule bei den Rechtlern in Hesselberg hat lange Tradition. Auch in diesem Jahr konnten die Schülerinnen und Schüler am Mittwoch, 14. Oktober 2026, miterleben, wie ein Weiher abgefischt wird – und selbst mit anpacken. Auch der Heßdorfer Bürgermeister Axel Gotthardt nahm am Abfischen teil.

Schon seit mehr als 20 Jahren finden dabei Besuche von Schulklassen statt. Unter der Anleitung des Vorsitzenden Manfred Mirschberger erfuhren die Kinder, wie das Abfischen in der Teichwirtschaft abläuft und welche Arbeit dahintersteckt. Dabei blieb es nicht beim Zuschauen: Die Schülerinnen und Schüler durften selbst mithelfen und waren mit großer Begeisterung bei der Sache.

So konnten sie unmittelbar erleben, wie viel Erfahrung, Geschick und praktische Arbeit notwendig sind, um einen Weiher zu bewirtschaften. Was im Unterricht vielleicht zunächst abstrakt klingt, wurde am großen Weiher anschaulich und greifbar. Die Kinder erhielten einen Einblick in einen wichtigen Teil der regionalen Landwirtschaft und lernten eine Tradition kennen, die unsere fränkische Heimat seit Jahrhunderten prägt.

Der Besuch ist damit weit mehr als ein besonderer Ausflug: Er bringt die regionale Kultur direkt zu den Kindern und zeigt, wie wichtig es ist, Wissen und Erfahrungen über die Teichwirtschaft an die nächste Generation weiterzugeben.

Ein herzlicher Dank von Bürgermeister und Schule gilt den Rechtlern in Hesselberg und ihrem Vorsitzenden Manfred Mirschberger, die diesen spannenden Einblick seit vielen Jahren ermöglichen.


Wissenswertes: Teichwirtschaft – ein Stück fränkische Heimat

Warum gibt es in Franken so viele Karpfenteiche?

Bei uns weit verbreitet: weitläufige Weiherlandschaften, die zur Fischzucht bewirtschaftet werden.

Die Karpfenteichwirtschaft hat in Franken eine jahrhundertelange Geschichte. Bereits im Mittelalter wurden zahlreiche Teiche angelegt, unter anderem durch Klöster und kirchliche Einrichtungen. Fisch war damals besonders wichtig, weil er während der Fastenzeit eine bedeutende Rolle auf dem Speiseplan spielte.

Bis heute prägen die Weiher die Landschaft, besonders im Aischgrund. Die traditionelle Karpfenzucht ist eng mit der regionalen Landwirtschaft, der Gastronomie und der fränkischen Esskultur verbunden. Der Aischgründer Karpfen ist sogar als geschützte geografische Angabe EU-weit anerkannt.

 

 

Vom Teich zum Speisefisch

Zur Teichwirtschaft gehören viele Arbeitsschritte: Die Weiher müssen gepflegt, die Fischbestände betreut und die Tiere über mehrere Jahre aufgezogen werden. Beim Abfischen wird der Wasserstand des Weihers abgesenkt, damit die Fische gefangen und aus dem Teich entnommen werden können. Dafür braucht es Erfahrung und eingespielte Abläufe.

Tradition mit besonderem Wert

Die traditionelle Karpfenteichwirtschaft in Bayern wurde 2021 in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Sie steht nicht nur für handwerkliches Wissen und regionale Lebensmittel, sondern auch für eine über Generationen gewachsene Kulturlandschaft. Bewirtschaftete Teiche bieten zudem Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Der Besuch der dritten Klassen in Hesselberg zeigt, wie diese Tradition lebendig bleibt: Wenn Kinder das Abfischen selbst miterleben und mithelfen dürfen, wird regionale Geschichte unmittelbar erfahrbar.


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